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Jahreslosung 2020

"Ich glaube; hilf meinem Unglauben!"


Gedanken von Pfrn. Christa Nater

Über dem neuen Jahr steht als Jahreslosung ein Satz aus dem Markusevangelium. Dieser Satz stammt aus einer Wundergeschichte, einer Heilungsgeschichte genau, wird aber zu einem veritablen Lehrstück des Glaubens. Ich konnte mich zuerst gar nicht erwärmen für diesen Satz. Glaube und Unglaube werden, wie es scheint, gegeneinander ausgespielt, werden dann aber doch wie zu Einem. Kommt dazu, dass der Satz im Kontext nicht einfach gesagt wird, sondern förmlich geschrien wird. Diese Jahreslosung bedarf deshalb definitiv einer genaueren Betrachtung.
Der Kontext
Die dramatische Geschichte, aus der der Satz stammt, verläuft so, dass der verzweifelte Vater eines epilepsiekranken Jungen auf ein Wunder hofft. Durch die Anfälle geriet sein Kind schon häufig in lebensbedrohliche Situationen. Das Wunder nun erhofft er sich, anlässlich eines erneuten Anfalls seines Sohnes von Jesus, resp. seinen Jüngern. Deren Bemühungen laufen aber ins Leere und während der Junge noch krampft, beginnt eine theologische Diskussion zwischen den Jüngern und anwesenden Schriftgelehrten. Endlich kommt Jesus dazu und der Frust des Vaters entlädt sich über ihn und gipfelt in der verzweifelten Forderung «Wenn du kannst, dann hilf uns». Jesus aber hilft nicht gleich, sondern kontert recht provokativ: «Du sagst: Wenn du kannst!(?) Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt». Wird da vom leidenden Vater etwa die Vollmacht Gottes angezweifelt? Irgendwie, völlig menschlich, ja schon. Die Bibel und auch unsere Leben sind voll mit Geschichten, in denen Menschen mit Zweifel ringen, sie sich auf die Probe gestellt fühlen. Hier also wird die volle Dynamik zwischen Glaube und Zweifel aufgezeigt – und das in wenigen Sätzen.
Glaube als Geschenk
Der Vater kann daraufhin nur noch hinausschreien, was ihn im Innersten zerreisst: «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» Das ist ein absoluter Kernsatz des menschlichen Ringens mit dem Glauben, die volle Dialektik des Glaubens, die in Jesus hier zur Synthese geführt wird. Glaube ist, so wird hier aufgezeigt, kein Status, Glaube ist immer ein Prozess. Glaube ist nie eine Errungenschaft oder gar ein Prädikat, das ich selber erworben oder erlernt habe. Glaube ist immer ein Geschenk. Da kommt man auf den eigentlichen Punkt des Glaubens: Dass wir in jeder Hinsicht von Gott abhängig sind und uns unser Heil nicht selbst erwirtschaften könne. Man kann Glauben nicht ‘haben’, man muss ihn sich immer wieder schenken lassen. Man muss dieses Geschenk aber auch immer wieder neu und aktiv annehmen. Und das ist eben ein Prozess, der tagtäglich neu passiert.
Was zuerst wie ein Widerspruch aussieht, ist also gar keiner. Mitten in der Zerrissenheit dieses Schreis steckt die Erkenntnis: Ich bin nur Mensch, aber du bist Gott. Ich kann nichts, aber Du kannst alles. Und so wird an diesem Punkt das Eingeständnis des eigenen Unglaubens nicht anderes als Glaube.
Die Kraft des Gebets
Der Junge wird geheilt. Zu Hause fragen die Jünger Jesus, wie er die Heilung vollbracht habe – sie schafften es ja nicht. «Diese Art», antwortet er, «kann nur durch Gebete ausgetrieben werden.» Damit ordnet Jesus sich selbst in die auf Hilfe angewiesene Menschenwelt ein. Nicht die göttlichen Fähigkeiten des Gottessohnes haben diesen Menschen geheilt. Die Fürbitte bei Gott brachte die Hilfe. Jesus liess nicht seine Heiligkeit leuchten: Er bat um Hilfe! Er selbst nahm eine demütige Haltung ein.
«Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» ist ein Bekenntnis der Stärke und Schwäche zugleich. Und Jesus sagt: Alle Dinge sind möglich, dem der glaubt.

Pfrn. Christa Nater

 

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